Planung + Produktion

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MITO – gestützte Entscheidungsunterstützung bei der Unternehmensgründung und Geschäftskonzepterstellung


1.0 Einleitung

Unternehmensgründer müssen in den heutigen Zeiten sehr viel Mut und Zielstrebigkeit besitzen um in den dynamischen Marktentwicklungen ein Unternehmen zu gründen. Gerade im Vorfeld sind hier beispielsweise bei der Businessplanerstellung sehr viele Analysen, Diagnosen und Bewertungen auf

vielen unterschiedlichen Gebieten notwendig um die Handlungsbedarfe abzuleiten und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Neben marktbezogenen Chancen- und Risikoanalysen sowie unternehmensbezogenen Stärken- und Schwächenanalysen gilt es, die richtigen Strategien abzuleiten, die Finanzierung abzuklären, Kundenanforderungen zu kennen, Mitarbeiterkompetenzen zu bestimmen und die optimalen Herstellungsprozesse vorzugeben. Bei allen diesen Fragen bietet das nachfolgend erläuterte neu entwickelte MITO-Methoden-Tool eine große Hilfestellung.


2.0 MITO-Methoden-Tool-Einsatz

Als Ordnungs- und Strukturierungsrahmen für die ganzheitliche Businessplanerstellung mit Portfolioanalysen, -diagnosen und -bewertungen findet das in Bild 1 gezeigte MITO-Unternehmensmodell Anwendung. Es setzt sich im Sinne des PDCA (Plan, Do, Check, Act)- Verbesserungszyklus

aus den folgenden 4 Modellsegmenten zusammen:

• Managementsegment (Führungsvorgaben = Act)

• Inputsegment (Eingaben = Plan)

• Transformationssegment (Umsetzung = Do)

• Outputsegment (Ausgaben = Check)

Mit Hilfe dieses MITO- Modells und des MITO-Methoden-Tools lassen sich für eine ganzheitliche prozessorientierte Organisationsentwicklung und outputorientierte Unternehmenssteuerung eine große Anzahl von Stärken/Schwächen- oder Chancen/Risiken-Analysen aus Inputsicht (Eingaben), Transformationssicht (Umsetzung), Outputsicht (Ausgaben) mit der dazugehörenden Führungssicht in Bezug auf Ziele, Aufgaben, Maßnahmen und Bewertungen miteinander in Beziehung setzen bzw. vernetzen. Bei der aus diesem Transformationsprozessmodell abgeleiteten Prozessdefinition nach der DIN EN ISO 9001 wird unter einem Prozess ein Bündel von Aktivitäten verstanden, für das ein oder mehrere Inputs für die Umwandlung (Transformation) von Ressourcen in Produkte oder Dienstleistungen nötig sind und das für den Kunden ein Ergebnis von Wert erzeugt.

Das MITO-Modell bietet durch die softwaregestützte Anwendung von Portfolios, Checklisten, Matrizen, Diagrammen, Kaskaden und weiterer Methoden eine vernetzte Analyse-, Diagnose- sowie Bewertungs- und Entscheidungssicht auf alle notwendigen Strategien, Szenarien, Konzepte, Planungen, Vorgehensweisen und Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Erfüllung der relevanten Unternehmensanforderungen und Regelwerke innerhalb der 4 MITOModellsegmente.

Dies in Verbindung mit weiteren Gestaltungsaktivitäten wie z.B. die Messung und Bewertung im Rahmen von zweidimensionaler Auditierung und Evaluierung der Umsetzungsergebnisse.


Bild 1 MITO-Modell – Gestaltungsinstrumentarium


Das MITO-Modell besitzt einen besonders hohen Stellenwert in Bezug auf die Vernetzung einer großen Anzahl unterschiedlicher bekannter Management-ansätze, wie beispielsweise den Total Quality Managementansatz mit den Strategiefeldern:

M• Mitarbeiterorientierung ––> Ziel: Erfolgspotenzialverbesserung im MLInputsegment

M• Prozessorientierung ––> Ziel: Kernkompetenzerhöhung in Transformations-
MLsegment

M• Kundenorientierung ––> Ziel: Erfolgsfaktorenaktivierung im Outputsegment

M• Erfolgsorientierung ––> Ziel: Führungspotenzialsteigerung im MLManagementsegment

oder auch des Balanced Scorecard(BSC)-Modells mit den dazugehörenden Zielperspektiven und Messgrößen, die sich ebenfalls an den oben genannten Strategiefeldern orientieren, dass heßt also aus der Mitarbeiter-, Prozess-, Kunden- und Erfolgsperspektive. Weiter besteht der Bezug zum bereits oben erläuterten PDCA-Verbesserungs- und Reifegradzyklus.

Integriert in die MITO-Toolfunktionalität sind portfoliobezogene Nutzwert-analysen, FMEA- und RMEABewertungen sowie die Bildung von Ursachen-Wirkungsketten. Auch ABC- und Paretoverteilungen der Bewertungsergebnisse innerhalb der Matrizen lassen sich grafisch darstellen.

Die Umsetzung der Ergebnisse aus den Portfoliobewertungen mit Auswahl der unternehmensspezifischen Erfolgsfaktoren, Strategien, Prozesse, Maßnahmen und weiterer Gestaltungsaktivitäten sind Grundlage für die zielorientierte Ausrichtung der Geschäftsprozesse. Erst nach Analyse, Modellierung, Optimierung und Dokumentation dieser Geschäftsprozesse im Sinne eines best practice Vorgabe sollten dann eventuell benötigte IT-Applikationen konzipiert und implementiert werden. Die IT-Lösungen folgen den Prozessen und nicht umgekehrt. Auf diese Weise lassen sich beträchtliche IT-Investitions- und Folgekosten einsparen.

Durch die Visualisierung der Zusammenhänge sind Portfolio- und Matrix-diagramme sowie Portfolio-Bewertungen wirkungsvolle Kommunikations-instrumente, die in Bezug auf die vorgegebene Fragestellung eine zweidimensionale und leicht nachvollziehbare Antwort bieten. Sie geben die jeweilige Stoßrichtung der zu ergreifenden Strategien und Maßnahmen idealtypisch vor:


3.0 MITO-gestützte Businessplanerstellung

Für eine umfassende Konzepterstellung als Grundlage für die Beantragung eines Existenzgründer-Darlehens hat die Prof. Binner Akademie eine ganze Anzahl von Referenzchecklisten für eine systematische Businessplanerstellung mit Bewertung entwickelt. Die Referenzchecklisten orientieren sich an vorgegebenen Förderungsleitfäden, wie z. B. von der KfW-Bankengruppe und geben dem Antragsteller vorab in Form einer Selbstbewertung die Chance, noch Defizite und Präzisierungsbedarf vor der Beantragung der Fördermittel selber zu erkennen. Wie in dem in Bild 3 gezeigten Geschäftskonzept/Businessplan-Bewertungsportfolio-Beispielen gezeigt, liegen folgende einzelne Referenzchecklisten vor:

MM1. Geschäftsidee-Portfoliocheckliste

MM2. Persönliche-Voraussetzungen-Portfoliocheckliste

MM3. Markteinschätzungs-Portfoliocheckliste

MM4. Wettbewerbssituations-Portfoliocheckliste

MM5. Produktions/Dienstleistungs-Portfoliocheckliste

MM6. Finanzsituations-Portfoliocheckliste

MM7. Zukünftige-Entwicklungs-Portfoliocheckliste


Bild 3 Geschäftskonzept/Businessplan-Bewertungsportfolio


Die Hauptbewertungskriterien in diesen sehr detaillierten Checklisten sind ebenfalls in Abbildung 2 genannt. Aus der Bewertung nach unterschiedlichen Portfolio-Hauptbewertungsachsen (V = vertikal und H= horizontal) lässt sich der Handlungsbedarf zu den einzelnen Checklistenfragen oder Portfoliokriterien aus dem gekennzeichneten Portfoliodiagramm-Handlungsfeld entnehmen. Mögliche Bewertungssichten dabei sind Gründungsrelevanz/Umsetzungsgrad, Anforderung/Handlungsbedarf, Bedeutung/Wert/Machbarkeit, mögliche Probleme/Überwindungsgrad. Weitere hier nicht gezeigte Bewertungshaupt-achsen sind beispielsweise Effektivität/Effizienz, Soll/Ist, Wichtigkeit/Dringlich-keit, Aufwand/Nutzen u. v. m. Der Anwender erhält aus diesen grafischen Auswertungen der Bewertungen der Ergebnisse im Portfoliodiagramm einen klaren Hinweis, wo noch offene Fragen abzuklären sind und wo er tätig werden muss. Dies kann ebenfalls mit Hilfe des MITO-Methoden-Tools software-unterstützt über einen Handlungsbedarf/Ziele-Maßnahmen-Kaskade entwickelt werden, die dann in Form eines Relationsbaumes eine klare Handlungsanweisung an den Bearbeiter gibt. Nach Beantwortung und Dokumentation der noch offenen Fragen durch den Antragsteller kann jetzt der Antrag auf Wirtschaftsförderung bei der zuständigen Förderungsstelle gestellt werden. Hierbei finden die mit dem MITO-Methoden-Tool beantworteten Checklisten-Fragen direkt Verwendung. Der zuständige Fördermittel-sachbearbeiter kann anhand der grafischen Aufbereitung ebenfalls transparent erkennen, wie er diesen Antrag zu bewerten hat, wobei auch jeder Fördermittel-sachbearbeiter seine Aufgabenstellungen mit Hilfe des MITO-Methoden-Tools abarbeiten kann.


4.0 Zusammenfassung

Durch die Unterstützung des MITO-Methoden-Tools wird dem Business-planersteller eine wirkungsvolle Hilfestellung bei der Abarbeitung der notwendigen Gründungsaktivitäten gegeben. Es werden Strukturen geschaffen, die Umsetzung lässt sich leichter organisieren und kontrollieren.

Die Anwender erhalten als Ergebnis über die Portfolioergebnisdiagramme pro Betrachtungsschwerpunkt und den darin enthaltenen Einzelbewertungskriterien transparent die Handlungsbedarfe grafisch durchgängig aufgezeigt. MITO-gestützt werden anschließend über die Bildung von Ziele-Maßnahmen-Umsetzungskaskaden die notwendige Strategien, Konzepte und Maßnahmen eingeleitet um die Unternehmensgründung erfolgreich umzusetzen. Über eine ebenfalls zweidimensionale MITO-Umsetzungsbewertung wird die Zielerfüllung überprüft.

Mit Unterstützung des MITO-Methoden-Tools können die intellektuellen Ressourcen sehr viel zielgerichteter, strukturierter und insbesondere in Bezug auf die strategische Ausrichtung besser gesteuert werden. Die Einstiegsbarrieren zur Nutzung eines solchen Methoden-Tools hinsichtlich Kosten und Schulung sind sehr niedrig. Das Tool selber kann durch die intuitive Benutzerführung den Anwender durch die Selbstanalyse führen und dabei gleichzeitig die Einhaltung des methodischen PDCA-Vorgehens sicherstellen.

Durch die bereitgestellten toolgestützten Managementmethoden und Vorgehensmodelle werden die Erfahrungen guter und erfolgreicher Unternehmen in die Durchführung mit integriert. Die Vorgehensweise hilft eine systematische organisationale Wissensbasis aufzubauen und die Mitarbeiter zu qualifizieren. Die Implementierung von Führungsinstrumenten und Managementsystemen, wie z. B. QM, UM oder Risikomanagement, wird wesentlich erleichtert. Auch kleine Unternehmen können einfach und transparent die wesentlichen Prinzipien einer durchgängigen Organisationsentwicklung und prozessorientierten Unternehmenssteuerung gezielt anwenden. Besonders gut ist das MITO-Methoden-Tool mit dem zugehörenden Wissensspeicher für Berater geeignet, die damit ein hohes Beratungsniveau garantieren.


5.0 Literaturhinweise:

Binner, Hartmut F.: Handbuch der prozessorientierten Arbeitsorganisation. REFA-Fachbuchreihe „Unternehmensentwicklung“. 3. überarb. Auflage. Carl Hanser Verlag, München Wien 2005. 1035 Seiten. ISBN 3-446-40395-7. [ Preis: 49,90 Euro].

Binner, Hartmut F.: Pragmatisches Wissensmanagement – Systematische Steigerung des intellektuellen Kapitals. REFA-Fachbuchreihe „Unternehmensentwicklung“. 1. Auflage. Carl Hanser Verlag, München Wien 2007. 890 Seiten.

ISBN 978-3-446-41377-1. [Preis: 49,90 Euro].

Binner, Hartmut F.: Managementleitfaden „Auf dem Weg zur Spitzenleistung“, 1. Auflage, Carl Hanser-Verlag, München Wien, Nov. 2005, 267 Seiten (broschiert, Preis: 42,90 Euro).

ISBN 3-446-40481-3

Binner, Hartmut F.: Prozessmanagement von A bis Z. 1. Auflage, Carl Hanser Verlag München, 502 Seiten (broschiert, Preis: 49,90 Euro). März 2010. ISBN 978-3-446-42303-9


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